Bösartige Darmerkrankungen

Der Darmkrebs gehört weltweit zu den häufigsten bösartigen Tumoren. Jedes Jahr erkranken in Deutschland ca. 70.000 Menschen. Bei Frauen nach der Brustdrüse, bei Männern nach der Prostata, ist Darmkrebs der zweithäufigste Tumor bei Mann und Frau. Dabei ist der Darmkrebs eine der wenigen Krebserkrankungen, die durch Vorsorgemaßnahmen weitgehend verhindert werden können, da die Vorläufer dieser Tumore in 90% gutartige Polypen (Wucherungen der Dickdarmschleimhaut) sind, die durch eine Darmspiegelung entfernt werden können. Aber selbst dann, wenn der Darmkrebs in einem sehr frühen Stadium erkannt wird und noch keine anderen Organe in Mitleidenschaft gezogen sind, besteht noch eine Heilungschance von über 90%. Ganz generell kann gesagt werden, dass der Darmkrebs eine Erkrankung des höheren Lebensalters ist. Im Mittel tritt die Erkrankung um das 65. Lebensjahr auf. Je älter der Mensch wird, desto geringer auch seine Fähigkeit, einmal entstandene genetische Zelldefekte wieder zu „reparieren“.

Menschen, bei denen einmal Darmpolypen entdeckt wurden, haben ein hohes Risiko, im Laufe ihres Lebens weitere zu entwickeln und sollten sich engmaschig mittels Darmspiegelung untersuchen lassen.

Bei ca. 10% der Darmkrebsfälle liegt eine erbliche Veranlagung vor, weshalb der Tumor auch schon in jüngeren Jahren auftreten kann. Besondere Beachtung bedürfen jene Menschen, bei denen in der Familie Darmkrebserkrankungen vorgekommen sind und die Erkrankten zu Krankheitsbeginn jünger als 45 Jahre waren. Mithilfe einer regelmäßigen Vorsorgeuntersuchung lässt sich das Gefahrenpotential auch bei erblicher Belastung gering halten.

Es gibt heute zahlreiche Untersuchungsmethoden, um Darmpolypen und Darmkrebs so früh wie möglich zu erkennen. Wurde ein Tumor entdeckt, sind weitere Untersuchungen notwendig, um sich ein genaues Bild von der Ausbreitung der Erkrankung machen zu können. Davon wiederum hängt die zielgenaue Therapie der Tumorerkrankung ab. Schon in diesem frühen Stadium ist es sehr wichtig, ein Darmzentrum aufzusuchen, damit das Ineinandergreifen der verschiedenen Disziplinen gewährleistet ist.