Rektumcarzinom

Bei ca. einem Drittel der Patienten mit einem Dickdarmkrebs liegt der Tumor im Bereich des Enddarmes (Rektum) und damit also in den letzten 15 cm des Darmes vor dem Schließmuskel. Dank modernster Operationstechniken und genauer Kenntnisse über Anatomie, lokales Wachstum, Ausbreitung und Biologie der Tumoren, gelingt es heute, auch bei diesen Tumoren in den meisten Fällen den Schließmuskel zu erhalten. Nur wenn der Tumor so tief liegt, dass der Schließmuskel erreicht wird, muss dauerhaft ein künstlicher Darmausgang geschaffen werden. Weit häufiger als beim Dickdarmkrebs ist es allerdings beim Enddarmkrebs notwendig, vorübergehend einen künstlichen Darmausgang anzulegen, um eine tief im kleinen Becken angelegte Darmnaht zu schützen (protektives Stoma). Dabei wird meist der Dünndarm kurz vor Einmündung in den Dickdarm im rechten Unterbauch vor die Bauchdecke ausgeleitet. Ankommender Stuhl wird hier in einem Beutel geruchlos aufgefangen, sodass die Nahtstelle im Mastdarm in Ruhe ausheilen kann. Nach einigen Wochen kann in einer kleinen Operation der Dünndarm wieder zurückverlegt werden und damit der Darm wieder vollständig normal funktionieren.